Der Bambu Lab A1 Combo in Kürze
Der Bambu Lab A1 Combo ist der offene Einstiegsdrucker von Bambu Lab mit großem Bauraum. Anders als der geschlossene Bambu Lab P1S Combo ist er ein sogenannter Bettschubser: Das Druckbett fährt nach vorn und hinten, der Druckkopf bewegt sich seitlich und in der Höhe. Im Combo liegt das AMS lite bei, eine Einheit für vier Spulen, mit der der A1 automatisch Farben wechselt. Das bei Amazon angebotene Paket enthält zusätzlich ein LED-Lampen-Set, mit dem sich gedruckte Lampenschirme zu Dekoleuchten machen lassen. Der Preis liegt derzeit zum aktuellen Preis bei Amazon.
Bei Amazon kommt der A1 Combo auf 4,3 von 5 Sternen aus 386 Bewertungen. Das ist eine solide und breite Basis.
Wir haben die Angaben der offiziellen Produktseite im EU-Shop von Bambu Lab und der Produktbeschreibung bei Amazon zusammengetragen und ordnen sie ein. Ein eigener Druckversuch liegt dieser Bewertung nicht zugrunde.
Technische Daten laut Hersteller
| Merkmal | Bambu Lab A1 Combo |
|---|
| Bauraum (B × T × H) | 256 × 256 × 256 mm |
| Bauweise | offener Rahmen, bewegtes Druckbett |
| Hotend / Düse | Ganzmetall, Edelstahl 0,4 mm (0,2 / 0,6 / 0,8 mm optional) |
| Max. Düsentemperatur | 300 °C |
| Max. Druckbetttemperatur | 100 °C, strukturierte PEI-Platte im Lieferumfang |
| Max. Geschwindigkeit / Beschleunigung | 500 mm/s / 10.000 mm/s² |
| Filamente „ideal“ | PLA, PETG, TPU, PVA |
| Nicht empfohlen | ABS, ASA, PC, PA, PET, carbon- und glasfaserverstärkte Polymere |
| Kamera | niedrige Bildrate, bis 1080p, Zeitraffer |
| Sensoren | Filamentsensor, Filament-Odometrie, Verhedderungssensor, Stromausfall-Wiederaufnahme |
| Abmessungen / Gewicht | 465 × 410 × 430 mm / 8,3 kg netto |
| Combo-Verpackung | 560 × 540 × 430 mm, 13,5 kg brutto |
| Lautstärke | 49 dB laut Bambu-Shop, ≤ 48 dB laut Amazon-Beschreibung |
| Mehrfarbe | AMS lite, 4 Spulen, RFID-Erkennung für Bambu-Filament |
Kalibrierung: der eigentliche Grund für den A1
Was den A1 für Einsteiger so attraktiv macht, ist die Automatik. Bambu Lab beschreibt, dass der Drucker vor jedem Druckauftrag Z-Offset, Bettnivellierung, Vibrationsresonanz und Düsendruck selbst kalibriert. Dazu gehören ein Düsendrucksensor und Beschleunigungsmesser. Laut Amazon-Beschreibung passt eine aktive Flussratenkompensation die Extrusion in Echtzeit an, um glatte Oberflächen zu erzielen.
Wer früher einen klassischen Bettschubser eingerichtet hat, kennt das Gegenteil: Papierstreifen unter der Düse, Schrauben am Druckbett, viele misslungene erste Schichten. Genau diese Hürde nimmt der A1 weg. Zusammen mit der Modellbibliothek MakerWorld, aus der sich Modelle mit einem Klick an den Drucker schicken lassen, ist der Weg vom Auspacken zum ersten Druck kurz.
AMS lite: vier Farben, nicht mehr
Das AMS lite steht neben dem Drucker und hält vier Spulen auf drehbaren Haltern. Per RFID erkennt es Bambu-Filamente und übernimmt deren Druckprofile. Für Mehrfarbdruck ist das ein bequemer Einstieg: Schilder, Figuren oder Schlüsselanhänger mit Schrift gelingen ohne Umbau.
Die Grenze ist klar dokumentiert: Der A1 unterstützt nur ein AMS lite, also maximal vier Farben. Laut Hersteller lässt sich mit dem Zubehör AMS-Hub (SA013) auch das größere AMS, das AMS 2 Pro oder das AMS HT anschließen. Wie bei jedem Einkopfsystem kostet jeder Farbwechsel Zeit und Filament, weil die alte Farbe aus der Düse gespült wird.
Geschwindigkeit und Mechanik
Mit bis zu 500 mm/s und 10.000 mm/s² Beschleunigung ist der A1 schnell für einen Bettschubser, bleibt bei der Beschleunigung aber hinter den CoreXY-Druckern mit 20.000 mm/s² zurück. Das liegt in der Natur der Bauart: Das ganze Druckbett samt Bauteil muss bewegt werden. Linearschienen mit geringem Widerstand und die automatische Vibrationskompensation sollen laut Bambu Lab trotzdem für gleichmäßige Ergebnisse sorgen.
Eine Folge der Bauweise betrifft den Platz: Weil das Druckbett nach vorn und hinten fährt, braucht der A1 in der Tiefe mehr Raum als seine Grundfläche von 465 × 410 mm vermuten lässt. Das AMS lite kommt seitlich dazu. Laut Hersteller lässt sich das AMS lite auch oben am Rahmen montieren; Halterungen dafür gibt es als Modelle auf MakerWorld.
Materialien: PLA, PETG und TPU ja, ABS eher nicht
Bambu Lab ist hier sehr offen. Als ideal gelten PLA, PETG, TPU und PVA. ABS, ASA, PC, PA, PET sowie faserverstärkte Filamente stuft der Hersteller als „nicht empfohlen“ ein. In den häufigen Fragen erklärt Bambu Lab den Grund: Wegen des offenen Rahmens und der niedrigen Umgebungstemperatur drohen bei großen Modellen und hoher Fülldichte Verzug und geringere Festigkeit zwischen den Schichten. Kleine Teile mit geringer Fülldichte seien dagegen möglich.
Ein Gehäuse nachzurüsten empfiehlt der Hersteller ausdrücklich nicht. Und weil ab Werk eine Edelstahldüse verbaut ist, rät Bambu Lab für Filamente mit harten Partikeln, etwa PLA-CF, PETG-CF oder nachtleuchtendes PLA, zu einer Düse aus gehärtetem Stahl. Laut Amazon-Beschreibung lässt sich die Düse dank Schnellwechselsystem einfach tauschen.
Lautstärke und Aufstellung
Bambu Lab wirbt mit einer aktiven Motorgeräuschunterdrückung: Der Drucker kalibriert Parameter, um Unterschiede zwischen den einzelnen Antriebsmotoren auszugleichen und die harten Anteile des Motorgeräuschs zu dämpfen. Im Shop nennt der Hersteller 49 dB, die Amazon-Beschreibung „≤ 48 dB“. Damit eignet sich der A1 für Arbeitszimmer oder Wohnzimmer; Lüfter und das Abschneiden des Filaments beim Farbwechsel bleiben hörbar.
Weil der A1 offen ist, gelangen Dämpfe direkt in den Raum. Bei PLA und PETG ist das wenig problematisch, trotzdem sollte der Raum gelüftet werden können.
Rückruf 2024: was man wissen sollte
Im Januar 2024 hat Bambu Lab den A1 wegen eines Problems mit dem Heizbettkabel zurückgerufen. Der Hersteller schreibt im Shop, dass A1-Drucker, die nach dem 30. Januar 2024 verkauft wurden, nicht aus der betroffenen Charge stammen. Das überarbeitete Kabel hat laut Bambu Lab eine Kevlar-Verstärkung, eine dickere Isolierung, weicheres Kupfer, eine Nylonummantelung und eine verbesserte Zugentlastung.
Für wen eignet sich der A1 Combo?
Gut geeignet für:
- Einsteiger, die ohne Einstellarbeit mehrfarbig drucken wollen.
- Familien und Hobbyisten, die vor allem PLA, PETG und TPU verwenden.
- Alle, die einen großen Bauraum zum moderaten Preis suchen und kein Gehäuse brauchen.
Weniger geeignet für:
- Wer ABS, ASA, PC oder Nylon für hitzefeste Teile drucken will.
- Wer mehr als vier Farben in einem Modell plant.
- Wer wenig Tiefe auf dem Tisch hat oder den Drucker in einem Schrank betreiben möchte.
Alternativen
Wer ein Gehäuse für ABS und ASA möchte, aber im Bambu-System bleiben will, wählt den Bambu Lab P1S Combo. Einen geschlossenen CoreXY-Drucker mit gehärteter Düse bietet der Elegoo Centauri Carbon 2 Combo in einer ähnlichen Preisklasse. Wer wenig Platz hat und mit kleineren Teilen auskommt, schaut sich den Bambu Lab A1 mini mit 180 mm Bauraum an.
Alle Modelle im Überblick zeigt unser 3D-Drucker-Vergleich 2026.
Unser Fazit
Der Bambu Lab A1 Combo macht den Einstieg in den 3D-Druck so einfach wie kaum ein anderer Drucker: vollautomatische Kalibrierung vor jedem Druck, vier Farben ab Werk, großer Bauraum und ein leiser Betrieb. Seine Grenzen zieht Bambu Lab selbst klar: Technische Kunststoffe wie ABS oder Nylon gehören nicht zu seinen Stärken, und mehr als vier Farben sind nicht vorgesehen. Wer vor allem PLA und PETG druckt, bekommt hier ein ausgereiftes und gut dokumentiertes Gerät.
Quellen