Der Flashforge AD5X in Kürze
Der Flashforge Adventurer 5X, kurz AD5X, ist ein offener CoreXY-Filamentdrucker mit integriertem Vierfarbsystem. Er baut laut Flashforge auf dem Adventurer 5M auf und übernimmt dessen automatische Nivellierung, hohe Geschwindigkeit und Beschleunigung. Neu hinzu kommen zwei Funktionen: das automatische Nachladen von Filament und der Mehrfarbdruck. Bei Amazon kostet er derzeit preis ansehen und ist damit in unserem Vergleich das günstigste Gerät mit Mehrfarbsystem im Lieferumfang.
Mit 2.277 Bewertungen und einer Durchschnittsnote von 4,1 von 5 Sternen hat der AD5X bei Amazon eine der breitesten Bewertungsgrundlagen aller Geräte in unserem Vergleich. Wir haben die technischen Daten der offiziellen Flashforge-Produktseite, die Gerätebeschreibung im Flashforge-Wiki und die Produktbeschreibung bei Amazon ausgewertet. Einen eigenen Druckversuch haben wir nicht durchgeführt.
Technische Daten laut Hersteller
| Merkmal | Flashforge AD5X |
|---|
| Bauweise | CoreXY, offen |
| Bauraum | 220 × 220 × 220 mm |
| Max. Druckgeschwindigkeit | 300 mm/s |
| Max. Verfahrgeschwindigkeit | 600 mm/s |
| Max. Beschleunigung | 20.000 mm/s² |
| Max. Düsentemperatur | 300 °C |
| Max. Druckbetttemperatur | 110 °C |
| Düse | 0,4 mm (Standard), optional 0,25 / 0,6 / 0,8 mm, werkzeuglos wechselbar |
| Schichthöhe | 0,1 – 0,4 mm |
| Druckplatte | Flexible PEI-Federstahlplatte |
| Nivellierung | Vollautomatisch per Drucksensor unter dem Heizbett |
| Mehrfarbsystem | IFS, 4 Kanäle, integriert |
| Filamente | PLA, PETG, TPU 95A, TPU 64D–75D, PLA-CF, PETG-CF |
| Display | 4,3 Zoll, Farb-Touchscreen |
| Anschlüsse | USB, Ethernet, WLAN 2,4 / 5 GHz |
| Slicer | Orca-Flashforge, Orca Slicer |
| Sonstiges | Filamenterkennung, Stromausfall-Wiederaufnahme, Mehrgeräteverwaltung |
Mehrfarbdruck mit dem integrierten IFS
Das Intelligent Filament System (IFS) ist der Grund, warum der AD5X in unserem Vergleich steht. Anders als bei vielen Mitbewerbern ist es laut Flashforge kein externes Zusatzgerät, sondern fest im Drucker verbaut. Laut Flashforge-Wiki besteht es aus zwei Schrittmotoren, einer Kupplungswelle und vier Filamentkanälen, über die das System automatisch den Kanal wechselt und das Filament zuführt.
Flashforge begründet die Beschränkung auf vier Farben offen: Vier Farben deckten den Großteil üblicher Mehrfarbanwendungen ab, von Figuren bis zu Lehrmitteln, und seien der beste Kompromiss aus Geschwindigkeit, Farbtiefe und Stabilität. Wer mehr Farben braucht, findet in Systemen wie dem AMS von Bambu Lab oder dem CFS von Creality Lösungen, die sich auf bis zu 16 Farben erweitern lassen.
Wichtig für die Kalkulation: Der AD5X hat eine einzige Düse. Bei jedem Farbwechsel wird laut Hersteller die Düse gereinigt, damit sich die Farben nicht vermischen. Dabei fällt zwangsläufig Material an, das nicht im Modell landet. Bei Drucken mit vielen Farbwechseln pro Schicht kann dieser Abfall einen erheblichen Teil des verbrauchten Filaments ausmachen. Modelle mit wenigen, flächigen Farbwechseln sind deutlich sparsamer.
Ein praktischer Nebeneffekt des IFS: Bei einfarbigen Drucken wechselt der Drucker laut Flashforge automatisch zur nächsten Spule, wenn eine leer ist. Bis zu 4 kg Filament stehen so für lange Druckaufträge bereit.
Mehrfarbig mit flexiblem TPU
Eine Besonderheit, die Flashforge hervorhebt, ist der mehrfarbige Druck mit TPU 64D. Flexible Filamente lassen sich bei vielen Mehrfarbsystemen nicht über die automatische Zuführung verarbeiten, weil weiches Material in langen Führungen leicht staucht. Laut Flashforge eignet sich der AD5X für tragbare Teile oder weiche Figuren in mehreren Farben.
Die Einschränkung steht in den technischen Daten: Das weichere TPU 95A empfiehlt Flashforge nur für den einfarbigen Druck. Für mehrfarbige flexible Teile ist also das härtere TPU im Bereich 64D bis 75D vorgesehen.
Mechanik, Nivellierung und Geschwindigkeit
Der AD5X nutzt eine CoreXY-Kinematik: Zwei Motoren bewegen den Druckkopf gemeinsam in X- und Y-Richtung, das Druckbett fährt nur nach unten. Das Flashforge-Wiki nennt als Vorteile die geringere bewegte Masse, höhere Geschwindigkeit und eine kompaktere Bauweise. Die Z-Achse besteht aus drei Gewindespindeln, die über Riemen gekoppelt sind.
Unter dem Heizbett sitzt ein Drucksensor. Er misst die relative Höhe zwischen Düse und Druckplatte, und der Drucker kompensiert Unebenheiten automatisch. Ein manuelles Einstellen des Z-Offsets entfällt laut Hersteller.
Bei der Geschwindigkeit lohnt ein genauer Blick. Der Amazon-Titel nennt 600 mm/s als maximale Geschwindigkeit. In den technischen Daten auf der Flashforge-Seite steht dagegen eine maximale Druckgeschwindigkeit von 300 mm/s und eine maximale Verfahrgeschwindigkeit von 600 mm/s. Die höhere Zahl gilt also für Leerfahrten ohne Extrusion. Das ist keine Täuschung, aber eine Angabe, die man richtig einordnen sollte, wenn man den AD5X mit anderen Druckern vergleicht. Die Firmware unterstützt laut Wiki eine Druckkompensation der Extrusion sowie eine Schwingungskompensation.
Bedienung und Software
Flashforge beschreibt den Aufbau in drei Schritten: Bildschirm, Spulenhalter und Mehrfarbmodul montieren, fertig. Bedient wird über einen 4,3-Zoll-Farb-Touchscreen. Im Inneren arbeitet laut Wiki ein Dual-Core-Prozessor (Cortex-A53) mit 8 GB internem Speicher, die Treiber sind als leise ausgewiesen, und das WLAN funkt in 2,4 und 5 GHz.
Geslicet wird mit Orca-Flashforge oder dem freien Orca Slicer. Über die Software Flash Maker lassen sich laut Produktbeschreibung bei Amazon auch viele Drucker aus der Ferne verwalten. Das zielt auf kleine Druckbetriebe; für den Hausgebrauch reicht die Bedienung am Gerät oder über den Slicer.
Nach einem Stromausfall setzt der AD5X den Druck am letzten Kontrollpunkt fort; Flashforge gibt eine Erfolgsquote von 99 Prozent für die Wiederaufnahme an. Die Düse ist werkzeuglos wechselbar, was Verstopfungen und den Wechsel auf andere Durchmesser vereinfacht.
Was fehlt
Der AD5X ist ein Gerät mit klarem Preisfokus, und das merkt man an einigen Stellen. Der Bauraum von 220 × 220 × 220 mm ist kleiner als bei den meisten Mitbewerbern in unserem Vergleich, etwa dem Bambu Lab A1 Combo mit 256 mm Kantenlänge. Für Figuren, Ersatzteile und Haushaltshelfer genügt er; für Helme oder große Gehäuse nicht.
Der Drucker ist offen gebaut. Eine Luftfilterung gibt es laut technischen Daten nicht, Kammerbeleuchtung und Kamera-Fernüberwachung sind als „erweiterbar“ geführt, also nicht im Lieferumfang. Ein Gehäuse-Kit bietet Flashforge als Zubehör an. ABS und ASA stehen nicht in der Liste der unterstützten Filamente, und das Heizbett erreicht maximal 110 °C.
Für faserverstärkte Filamente wie PLA-CF und PETG-CF gibt Flashforge den Drucker frei. Abrasive Materialien verschleißen Düsen grundsätzlich schneller; wer viel davon druckt, sollte Ersatzdüsen einplanen.
Für wen eignet sich der AD5X?
Gut geeignet für:
- Einsteigerinnen und Einsteiger, die möglichst günstig in den Vierfarbdruck einsteigen wollen.
- Familien und Hobbyräume, in denen vor allem Figuren, Schilder und Spielzeug entstehen.
- Wer mehrfarbige flexible Teile aus TPU drucken möchte.
- Kleine Druckbetriebe mit mehreren Geräten, dank Fernverwaltung.
Weniger geeignet für:
- Wer große Bauteile drucken will; 220 mm Kantenlänge sind die Grenze.
- Wer ABS, ASA oder andere hochtemperaturfeste Kunststoffe braucht.
- Wer mehr als vier Farben in einem Modell kombinieren möchte.
Alternativen
Wer mehr Bauraum (256 × 256 × 256 mm) und eine 350-°C-Düse sucht, sollte sich den Elegoo Centauri Carbon 2 Combo ansehen, ebenfalls mit Vierfarbsystem. Der Bambu Lab A1 Combo bietet 256 mm Kantenlänge, vollautomatische Kalibrierung und mit dem AMS lite ebenfalls vier Farben. Alle neun Drucker im Überblick zeigt unser 3D-Drucker-Vergleich 2026.
Unser Fazit
Der Flashforge AD5X macht Vierfarbdruck mit CoreXY-Mechanik zu einem der niedrigsten Preise in unserem Vergleich zugänglich. Das fest integrierte IFS, der mehrfarbige TPU-Druck, die automatische Nivellierung und der automatische Spulenwechsel sind die stärksten Argumente. Die Grenzen liegen beim kleinen Bauraum, der offenen Bauweise ohne Filter und der eingeschränkten Materialauswahl. Die 600 mm/s aus der Werbung sollte man als Verfahrgeschwindigkeit lesen. Wer damit leben kann, bekommt einen soliden, breit bewerteten Einstieg in den bunten 3D-Druck: Flashforge AD5X bei Amazon ansehen.
Quellen