Bewertung

Original Prusa MK4S Kit: Bewertung 2026

Original Prusa MK4S als Bausatz: Nextruder, Loadcell-Kalibrierung, offenes Ökosystem. Für wen sich der Selbstbau lohnt und wo der MK4S Grenzen hat.

Redaktion von Beste 3D-Drucker Veröffentlicht am
Original Prusa MK4S Kit

Original Prusa MK4S Kit

4,3

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Der MK4S-Bausatz richtet sich an alle, die ihren Drucker verstehen und langfristig reparieren wollen. Wer sofort und in vielen Farben drucken möchte, ist bei einem Fertiggerät mit Mehrfarbsystem besser aufgehoben.

Stärken

  • Vollautomatische Kalibrierung der ersten Schicht über eine Wägezelle (Loadcell) in der Düse
  • Offenes Design, Ersatzteile und Upgrades über Jahre, zum Beispiel MMU3 und Gehäuse
  • Druckt laut Prusa ohne Netzwerk und Cloud, WLAN-Modul steckbar
  • Viele Sensoren: Filamentsensor, Stromausfall-Wiederaufnahme, Lüfterüberwachung

Schwächen

  • Bausatz verlangt mehrere Stunden konzentrierter Montage
  • Kein Mehrfarbdruck ab Werk, MMU3 kostet extra
  • ABS, ASA und PA laut Hersteller nur mit Gehäuse und Filterung empfohlen

Der Original Prusa MK4S in Kürze

Der Original Prusa MK4S ist der aktuelle Filamentdrucker von Prusa Research in der klassischen, offenen Bauweise, die das Unternehmen bekannt gemacht hat. Laut Hersteller wird er in der EU entwickelt und gebaut. Bei Amazon steht er als Bausatz (Kit) zum Preis von derzeit preis ansehen. Den Drucker setzen Sie also selbst zusammen, und genau das ist Teil des Konzepts: Prusa vermarktet den Bausatz ausdrücklich als Lernprojekt, das man auch gemeinsam mit Kindern angehen kann.

Der MK4S ist eine Weiterentwicklung des MK4. Laut Hersteller bringt er ein neues 360-Grad-Kühlsystem, eine High-Flow-Düse ab Werk, eine App für iOS und Android mit WLAN-Einrichtung per NFC sowie Teile aus kohlefaserverstärktem PC-Blend oder Spritzguss. Prusa bezeichnet ihn als seinen bisher schnellsten Drucker, nennt auf der Produktseite aber keine konkrete Geschwindigkeit in mm/s.

Bei Amazon kommt der Bausatz auf eine Durchschnittsnote von 4,3 von 5 Sternen aus 88 Bewertungen. Wir haben die Angaben der offiziellen Prusa-Produktseite und der Produktbeschreibung bei Amazon zusammengetragen und ordnen sie ein. Einen eigenen Aufbau oder Druckversuch haben wir nicht durchgeführt.

Technische Daten laut Hersteller

MerkmalOriginal Prusa MK4S (Bausatz)
Bauraum250 × 210 × 220 mm
Filamentdurchmesser1,75 mm
Schichthöhe0,05 – 0,30 mm
DüsePrusa High-Flow CHT aus Messing, 0,4 mm
Max. Düsentemperatur290 °C
Max. Druckbetttemperatur120 °C
ExtruderNextruder, Direktantrieb, Planetengetriebe 10:1, Vollmetall-Hotend
DruckoberflächeMagnetisches Heizbett, wechselbare PEI-Federstahlplatten
KalibrierungAutomatisches Mesh-Bed-Leveling, Erstschicht-Kalibrierung per Loadcell
Elektronik32-Bit-xBuddy (STM32), Trinamic-2130-Treiber, 0,9°-Motoren für X/Y
Netzteil240 W (Delta) mit Power-Panic-Funktion
Leistungsaufnahmeca. 80 W (PLA-Profil) / 120 W (ABS-Profil)
Display3,5 Zoll, Farbe
AnschlüsseUSB-Stick, Ethernet, WLAN (steckbares ESP-Modul), NFC
Abmessungen / Gewicht500 × 550 × 400 mm, 7 kg (ohne Spule)
Input Shapingja
MaterialienPLA, PETG, Flex, PVA, PC, PP, CPE, PVB; ABS, ASA, HIPS, PA mit Gehäuse und Filterung

Bausatz statt Fertiggerät: was das bedeutet

Der wichtigste Unterschied zu fast allen anderen Druckern in unserem Vergleich ist nicht die Technik, sondern die Lieferform. Ein Bambu Lab oder ein Flashforge kommt weitgehend vormontiert an; beim MK4S-Kit bauen Sie Rahmen, Achsen, Extruder und Verkabelung selbst. Prusa stellt dafür bebilderte Montageanleitungen bereit, und laut Produktbeschreibung bei Amazon gibt es die Online-Wissensdatenbank auch auf Deutsch.

Der Aufwand hat zwei Seiten. Auf der einen Seite kostet er Zeit und Geduld; eine Montagezeit nennt Prusa auf der Produktseite nicht. Auf der anderen Seite kennt man den Drucker danach bis zur letzten Schraube. Wenn später ein Lager, ein Lüfter oder der Extruder Pflege braucht, ist die Hemmschwelle deutlich geringer. Für Schulen, Makerspaces und technisch Interessierte ist das ein echter Mehrwert, kein Nachteil.

Ein Hinweis zum Preis: Prusa verkauft den MK4S auch direkt und bietet ihn dort zusätzlich fertig montiert an. Im Direktvertrieb lag der Bausatz bei unserer Recherche unter dem Amazon-Preis. Ein Vergleich vor dem Kauf lohnt sich, wobei bei Amazon Versand und Rückgabe über Amazon laufen.

Nextruder und Loadcell: die erste Schicht

Herzstück des MK4S ist der Nextruder, ein Direktantriebs-Extruder mit Planetengetriebe (Übersetzung 10:1) und Vollmetall-Hotend. Laut Prusa verarbeitet er auch flexibles TPU problemlos, was bei Druckern mit langem Bowden-Schlauch oft schwierig ist.

In der Düseneinheit sitzt eine Wägezelle (Loadcell). Sie misst, wann die Düse das Druckbett berührt, und erlaubt so die vollautomatische Kalibrierung der ersten Schicht. Damit entfällt das früher übliche Einstellen des Z-Abstands per Hand, eine der häufigsten Fehlerquellen für Einsteiger. Das Mesh-Bed-Leveling tastet dabei laut Prusa nur die tatsächlich genutzte Druckfläche ab, was Zeit spart.

Gedruckt wird auf magnetischen PEI-Federstahlplatten. Man nimmt die Platte nach dem Druck ab, biegt sie leicht, und das Teil löst sich. Zusätzliche Platten mit anderer Oberfläche bietet Prusa als Zubehör an. Beachten Sie: Druckplatten gelten bei Prusa als Verschleißteile und sind von der Garantie ausgenommen, sofern sie nicht schon bei Lieferung defekt sind.

Kühlung, Qualität und Geschwindigkeit

Neu beim MK4S ist eine Turbine mit 360-Grad-Luftführung rund um die Düse. Laut Prusa sind damit Überhänge bis 75 Grad ohne Stützstrukturen möglich. Zusammen mit der High-Flow-Düse und optimierten Druckprofilen soll das die Druckzeiten gegenüber dem MK4 spürbar verkürzen. Input Shaping, also die rechnerische Kompensation von Schwingungen, ist an Bord; laut Amazon-Beschreibung reduziert das Ghosting an Kanten auch bei höheren Geschwindigkeiten.

Für die Feinheit der Oberflächen nennt Prusa die 0,9-Grad-Schrittmotoren an X- und Y-Achse, die sichtbare feine Artefakte (VFA) verhindern sollen. Eine Funktion, die Prusa an teureren Modellen anbietet, fehlt dem MK4S laut Vergleichstabelle des Herstellers allerdings: PhaseStepping, eine weitere Methode zur Glättung der Motorbewegung. Der größere Prusa Core One hat sie.

Wie schnell der MK4S im Vergleich zu CoreXY-Druckern wie dem Bambu Lab P1S Combo wirklich ist, lässt sich aus den Herstellerangaben nicht seriös ableiten, weil Prusa keine mm/s-Werte veröffentlicht. Für Prusa spricht eher die Zuverlässigkeit: Laut Hersteller sammelten Vorserienmodelle des MK4 vor dem Marktstart über eine Million Druckstunden in der eigenen Druckfarm.

Sensoren und Sicherheit

Der MK4S überwacht sich umfangreich. Prusa nennt einen Filamentsensor, die Loadcell, eine Power-Panic-Funktion (der Druck lässt sich nach einem Stromausfall fortsetzen), vier Semitec-Thermistoren und die Drehzahlüberwachung der Lüfter. Für einen Drucker, der oft über Nacht läuft, sind gerade die Lüfter- und Temperaturüberwachung wichtig: Fällt ein Lüfter aus, merkt die Elektronik das.

Der Drucker ist ab Werk offen gebaut, ein Gehäuse gibt es als Zubehör. Laut Prusa wird der Drucker mit dem Gehäuse leiser; einen Dezibelwert veröffentlicht der Hersteller nicht. Wer den Drucker im Wohnraum betreibt, sollte das einplanen.

Materialien: was ohne Gehäuse geht

Ohne Gehäuse nennt Prusa PLA, PETG, Flex (TPU), PVA, PC, PP, CPE und PVB. Damit ist das Alltagsspektrum für Halterungen, Ersatzteile, Prototypen und Figuren abgedeckt. ABS, ASA, HIPS und PA führt Prusa nur in Verbindung mit dem Gehäuse und einer Filterung. Diese Materialien neigen ohne geschlossenen Bauraum zum Verziehen und geben beim Drucken mehr Dämpfe ab.

Mehrfarbdruck ist ab Werk nicht vorgesehen. Prusa bietet dafür das Multi Material Upgrade MMU3 an, das mehrere Filamente nacheinander in die eine Düse führt. Wer vor allem bunte Modelle drucken möchte, findet in Geräten wie dem Bambu Lab A1 Combo eine Lösung, die das ab Werk mitbringt.

Software, Netzwerk und Datenschutz

Geslicet wird mit dem quelloffenen PrusaSlicer, der laut Prusa alle offiziellen Drucker- und Materialprofile enthält. Druckaufträge kommen per USB-Stick, über das lokale Netz oder über Prusa Connect bzw. die Prusa-App. Für die Netzwerkverbindung stehen Ethernet und ein steckbares WLAN-Modul bereit.

Bemerkenswert für datenschutzbewusste Käufer: Laut Prusa ist der MK4S ohne Netzwerk voll funktionsfähig, das WLAN-Modul lässt sich abziehen, und der Drucker sammelt ohne Zustimmung keine Druck- oder Umgebungsdaten. Bei einigen Mitbewerbern ist die Cloud-Anbindung deutlich enger in den Bedienablauf eingebunden.

Für wen eignet sich der MK4S-Bausatz?

Gut geeignet für:

  • Bastlerinnen und Bastler, die ihren Drucker verstehen, warten und selbst reparieren wollen.
  • Schulen, AGs und Familien, die den Aufbau als Technikprojekt nutzen möchten.
  • Alle, die offline drucken und nicht von einer Cloud abhängen wollen.
  • Wer einen Drucker sucht, der über Jahre mit Upgrades und Ersatzteilen versorgt wird.

Weniger geeignet für:

  • Wer am Tag der Lieferung drucken möchte, ohne zu schrauben.
  • Wer vor allem mehrfarbig drucken will; das MMU3 kommt als Zusatzkosten hinzu.
  • Wer regelmäßig ABS oder ASA verarbeitet und kein Gehäuse anschaffen möchte.

Alternativen

Wer ein geschlossenes Gerät mit Mehrfarbsystem bevorzugt, sollte sich den Bambu Lab P1S Combo ansehen. Für den kleineren Geldbeutel und mit Mehrfarbdruck ab Werk ist der Flashforge Adventurer 5X eine Option, allerdings mit kleinerem Bauraum. Alle Modelle mit Stärken und Schwächen nebeneinander finden Sie in unserem 3D-Drucker-Vergleich 2026.

Unser Fazit

Der Original Prusa MK4S ist kein Drucker für die schnelle Bescherung, sondern ein Werkzeug für Menschen, die wissen wollen, wie es funktioniert. Loadcell-Kalibrierung, Nextruder, umfangreiche Sensorik, offline nutzbare Software und ein offenes Ökosystem mit langfristiger Versorgung sind die stärksten Argumente. Die Abstriche: Der Bausatz kostet Montagezeit, Mehrfarbdruck und ein Gehäuse kosten extra, und konkrete Geschwindigkeitsangaben fehlen. Wer diese Punkte akzeptiert, bekommt einen Drucker, den man auch nach Jahren noch selbst instand halten kann. Zum Angebot: Original Prusa MK4S Kit bei Amazon ansehen.

Quellen

Häufige Fragen

Wie lange dauert der Aufbau des MK4S-Bausatzes?

Prusa nennt auf der Produktseite keine feste Montagezeit für den Bausatz. Planen Sie eher einen Tag als einen Abend ein: Mechanik, Extruder und Elektronik werden nach der bebilderten Online-Anleitung Schritt für Schritt zusammengesetzt.

Kann der MK4S in mehreren Farben drucken?

Ab Werk nicht, er hat eine Düse und eine Filamentzuführung. Mit dem optionalen Multi Material Upgrade MMU3 von Prusa lassen sich mehrere Filamente nacheinander verarbeiten.

Braucht der MK4S eine Internetverbindung?

Nein. Laut Prusa ist der Drucker ohne Netzwerk voll funktionsfähig, Druckdateien kommen dann per USB-Stick. WLAN, LAN und Prusa Connect sind optional, das WLAN-Modul lässt sich abziehen.

Kann man mit dem MK4S ABS oder ASA drucken?

Prusa führt ABS, ASA, HIPS und PA als unterstützte Materialien nur in Verbindung mit dem Gehäuse (Enclosure) und einer Filterung. Ohne Gehäuse empfiehlt der Hersteller PLA, PETG, Flex, PC, PP, CPE, PVA und PVB.

Welche Gewährleistung gilt beim Kauf über Amazon?

Gegenüber dem Verkäufer gilt in Deutschland die gesetzliche Gewährleistung von zwei Jahren ab Lieferung (§ 438 BGB). Eine Herstellergarantie kommt gegebenenfalls hinzu; Verschleißteile wie Druckplatten nimmt Prusa ausdrücklich aus, sofern sie nicht schon bei Lieferung defekt sind.